Fabrik


Fabrik

* * *

Fa|brik [fa'bri:k], die; -, -en:
Betrieb der Industrie, in dem bestimmte Produkte in großer Stückzahl hergestellt werden:
eine Fabrik gründen, modernisieren.
Syn.: Firma, Geschäft, Unternehmen, Werk.
Zus.: Fischfabrik, Maschinenfabrik, Möbelfabrik, Papierfabrik, Zigarettenfabrik.

* * *

Fa|brịk 〈a. [ -bri:k] f. 20Betrieb zur maschinellen Massenherstellung von Halb- od. Fertigfabrikaten [<frz. fabrique „Herstellung, Herstellungsart“ (17. Jh.), dann „Gebäude zur Herstellung von Waren“ <lat. fabrica „Handwerkerarbeit“; zu faber „Handwerker“]
Die Buchstabenfolge fa|br... kann in Fremdwörtern auch fab|r... getrennt werden.

* * *

Fa|b|rik [fa'bri:k , auch, österr. nur: …'brɪk], die; -, -en [frz. fabrique < lat. fabrica = Künstler-, Handwerksarbeit; Werkstätte, zu: faber (Gen.: fabri) = Handwerker, Künstler]:
1. Betrieb (1 a), in dem auf industriellem Wege durch Be- u. Verarbeitung von Werkstoffen unter Einsatz mechanischer u. maschineller Hilfsmittel bestimmte Waren, Produkte (od. Teile davon) in großer Stückzahl hergestellt werden:
eine F. gründen, besitzen;
er arbeitet in einer chemischen F.;
sie geht in die F. (ugs.; ist Fabrikarbeiterin).
2. Fabrikgebäude, Fabrikanlage:
eine F. bauen;
die Arbeiter strömten aus der F.
3. Belegschaft einer Fabrik (1).

* * *

Fabrik
 
[französisch fabrique, von lateinisch fabrica »Werkstätte«], vorherrschende Form des Industriebetriebs, in dem gewerbliche Erzeugnisse (Halb- und Fertigfabrikate) meist in großen Stückzahlen hergestellt werden. Kennzeichen der modernen Fabrik sind eine stark mechanisierte Produktion für einen weitgehend anonymen Markt, räumliche Zentralisation der Arbeitsplätze und ein hohes Maß an Arbeitsteilung, das den Einsatz un- und angelernter Arbeitskräfte ermöglicht (Fabriksystem).
 
Die eingesetzten Maschinen sind ebenso wie die Arbeitskräfte spezialisiert; eine systematische Arbeitsvorbereitung ist Voraussetzung des Produktionsprozesses mit seinen zum großen Teil halb- oder vollautomatischen Arbeitsgängen. Wegen des relativ hohen Kapitaleinsatzes (im Vergleich zum Faktor Arbeit) zielt das Fabriksystem auf eine möglichst hohe Ausnutzung der Maschinenkapazitäten und erfordert eine starke Anpassung der Arbeitskräfte an den von der Fertigungstechnik bestimmten Arbeitsablauf (z. B. Schichtbetrieb). Das Fabriksystem löste das Manufaktursystem ab.
 
Factory of the Future (Fabrik der Zukunft, Abkürzung FdZ) bezeichnet eine Produktions- und Dienstleistungsstätte, die gegenüber der konventionellen Fabrik wettbewerbsüberlegen ist in Bezug auf Kosten, Qualität, Flexibilität und Zeit, geprägt durch veränderte Bezugsrahmen, Grundüberzeugungen und Gestaltungsprinzipien, z. B. Prozess- und Marktorientierung, Integrations- und Systemdenken, Dezentralisierung, Vereinfachung und Synchronisation. Die FdZ verwirklicht strategische Entwicklungslinien, die von aktuellen Situationsanalysen abgeleitet sind und den Orientierungs- und Handlungsrahmen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen. Sie muss allgemeinen Tendenzen gerecht werden, z. B. der Entwicklung vom Produkt zum System sowie der Internationalisierung und Veränderung der Märkte. Das umfassende Konzept für den Wandel der Fabrik muss zugeschnitten sein auf die Strategieplanung (Unternehmen, Markt, Wettbewerb), Komplexitätsreduzierung (Produkt, Prozess, Fabrik) und Potenzialreservennutzung (Mitarbeiter, Organisation, Technik). Zur Umsetzung dienen die Anwendung industriebereichsgerechter Schlüsseltechnologien, autonome Funktionsbereiche u. a.
 
Die Abgrenzung der Fabrik vom Handwerksbetrieb ist nicht eindeutig. Im Gegensatz zur industriellen Fabrik spielen beim Handwerksbetrieb die persönliche Mitarbeit und Leistung des Geschäftsinhabers eine große Rolle; der Geschäftsumfang (dargestellt durch Umsatz, Beschäftigtenzahl, Maschinenzahl u. a.) ist meist erheblich geringer, und es werden Produkte oder Dienstleistungen bevorzugt erst aufgrund von Kundenaufträgen erstellt (Kundenproduktion). Entwicklungsstufen zur Fabrik oder Zwischenformen zwischen Handwerksbetrieb und Industriebetrieb im heutigen Sinn waren das Verlagswesen (mehr Handwerk) des 14. und 15. Jahrhunderts und die Manufaktur (mehr Fabrik) als die typische Produktionsorganisation zur Zeit des Merkantilismus im 17. und 18. Jahrhundert.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Automatisierung · Fertigung · Produktion · Industrie
 

* * *

Fa|brik [fa'bri:k, auch: ...rɪk], die; -, -en [frz. fabrique < lat. fabrica = Künstler-, Handwerksarbeit; Werkstätte, zu: faber (Gen.: fabri) = Handwerker, Künstler]: 1. Betrieb (1 a), in dem auf industriellem Wege durch Be- u. Verarbeitung von Werkstoffen unter Einsatz mechanischer u. maschineller Hilfsmittel bestimmte Waren, Produkte (od. Teile davon) in großer Stückzahl hergestellt werden: einige -en sind stillgelegt; eine F. gründen, übernehmen, haben, besitzen; er arbeitet in einer chemischen F.; sie geht in die F. (ugs.; ist Fabrikarbeiterin); 98 Prozent der bundesdeutschen Kinder werden in Krankenhäusern geboren. „Es ging zu wie in einer F. ...“ (Spiegel 31, 1980, 127); Ü Jede Stunde, Exzellenz, jede Stunde neue Opfer - das sind -en (= die Konzentrationslager mit den Gaskammern), wo gemordet wird. -en, begreifen Sie doch endlich (Hochhuth, Stellvertreter 25). 2. Fabrikgebäude, Fabrikanlage: eine F. bauen; die Arbeiter strömten aus der F., demonstrierten vor der F. 3. Belegschaft einer ↑Fabrik (1): die F. macht einen Betriebsausflug.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Fabrik — is a visual programming integrated development environment implemented in Smalltalk and designed at Apple Computer by Dan Ingalls, Scott Wallace, Yu Ying Chow, Frank Ludolph, Ken Doyle and others during the mid 1980s. It consists of a kit of… …   Wikipedia

  • Fabrik [1] — Fabrik (von fabrica, Werkplatz, Werkstätte), ein oder mehrere Gebäude zu gewerblicher Tätigkeit, meist in großen Verhältnissen und unter Anwendung von Wasser , Dampf oder elektrischer Kraft. Die Lage einer Fabrik ist daher meist entfernt von… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Fabrik — Sf std. (17. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus frz. fabrique Herstellungsgebäude, Herstellung , dieses aus l. (officina) fabrica Werkstatt (neben l. fabrica Herstellung, Herstellungsart ) zu l. faber m. Handwerker . Die Entlehnung bedeutet zunächst… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Fabrik — »gewerblicher, mit Maschinen ausgestatteter Produktionsbetrieb«: Das Fremdwort erscheint in dt. Texten zuerst im 17. Jh. mit seiner eigentlichen Bedeutung »Herstellung; Herstellungsart«. Die moderne Bedeutung kommt im 18. Jh. auf. Das Wort ist in …   Das Herkunftswörterbuch

  • Fabrik — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: • 300 Personen sind in unserer Fabrik beschäftigt. • Edith Sullivan arbeitet in einer Fabrik …   Deutsch Wörterbuch

  • Fabrik — Fabrik, (vom lat. fabrĭca), gewerbliche Anstalt, deren Erzeugnisse (Fabrikāte) mit Hilfe von Maschinen und auf Grund weitgehender Arbeitsteilung auf Vorrat und im großen hergestellt werden. Fabrikánt, Besitzer einer F.; Fabrikation, die… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Fabrik — Fabrik, 1) s. Fabriken; 2) im Mittelalter der Bau einer Kirche, s. Fabrica; später 3) das ganze Vermögen u. die Einkünfte einer Kirche; daher Fabriklands, die in England zum Vesten des Kirchenvermögens verwalteten liegenden Gründe …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Fabrik [1] — Fabrik, s. Fabriken und Fabrica. – Im Münzwesen die besondere Schule oder Mache der Prägung …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fabrik [2] — Fabrik, Weiler im bad. Kreis und Amt Offenburg, im romantischen Nordrachtal im Schwarzwald, 434 m ü. M., ehemals Glashütte, jetzt Lungenheilanstalt …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fabrik [2] — Fabrik, Baubehörde, Baukasse an katholischen Kirchen (fabrica ecclesiae) …   Lexikon der gesamten Technik

  • Fabrik — Fabrik, vom lat. fabrica, bezeichnet jetzt eine gewerbl. Anstalt, wo die Hervorbringung von Waaren im großen Maßstabe betrieben wird. Der Inhaber heißt Fabrikant, das Product Fabrikat, das Geschäft Fabrikation, fabriziren. Die Fabriken sind die… …   Herders Conversations-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.